Zahnräder

Zahnräder

Zahnräder übertragen die Drehbewegung von einer Welle auf eine zweite durch Formschluss der im Eingriff befindlichen Zähne. Die Erläuterung von Begriffen wie beispielsweise geradverzahnt oder auch schrägverzahnt sowie die Auslegung unter Berücksichtigung des Verzahnungsgesetzes sind unter anderem Bestandteil dieses Kapitels. Gestaltung und Tragfähigkeit der Stirn- und Kegelräder unter Berücksichtigung der DIN 3990 werden ebenfalls behandelt.

  • Grundlagen für Zahnräder und Getriebe

    Zahnräder übertragen die Drehbewegung von einer Welle auf eine zweite durch Formschluss der im Eingriff befindlichen Zähne. Bei verschieden großen Zahnrädern wirken sie auch als Drehmomentwandler. Durch den Formschluss können sie gegenüber Riementrieben erheblich höhere Kräfte übertragen, arbeiten jedoch nicht elastisch, kommen dafür aber mit wesentlich kleineren Achsabständen aus.

    Rad- und Getriebearten

    Es arbeiten immer ein treibendes Zahnrad und ein getriebenes Zahnrad zusammen, die ein Radpaar bilden. Je nachdem, wie die Achsen der beiden Räder zueinander liegen, ergeben sich folgende Radgrundformen:

    1. Stirnräder (Zylinderräder) bei parallel liegenden Radachsen, und zwar Außenradpaare (Geradverzahnung) und (Schrägverzahnung) und Innenradpaare. Beim Innenradpaar heißt das innenverzahnte Rad Hohlrad.

    2. Zahnstangen als unendlich groß gedachte Stirnräder zur Umwandlung einer Drehbewegung mittels eines Außenrades in eine hin- und hergehende geradlinige Bewegung.

    3. Kegelräder bei sich schneidenden Radachsen (Geradverzahnung) und (Schrägverzahnung).

    4. Schraubenräder bei sich kreuzenden Radachsen, und zwar in einem Stirnrad-Schraubräderpaar, in einem Schneckenradsatz und in einem Kegelrad-Schraubräderpaar.

    Grundformen von Zahnrädern in Radpaaren je nach Lage der Radachsen zueinander: a) Stirnradpaar, geradverzahnt, d) Zahnstangenradpaar, e) Kegelradpaar, geradverzahnt, i) Kegel-Schraubräderpaar
    Grundformen von Zahnrädern in Radpaaren

    Film: Getriebebeispiel

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    Wälzkreise und deren Umfangsgeschwindigkeit, Punktberührung der Flanken in der Eingriffsebene
    Wälzkreise und deren Umfangsgeschwindigkeit

    Verzahnungsgesetz

    Bei einem im Eingriff befindlichen Zahnradpaar stellt man sich die Stirnräder zunächst wie bei einem Reibradpaar als glatte Zylinder vor, von denen der treibende Zylinder den getriebenen ohne Gleiten mitnimmt, sodass sich beide ohne Schlupf aufeinander abwälzen.

    An diesen Zylindern denkt man sich die Verzahnung teils erhöht, teils vertieft angebracht. Allgemein heißen die gedachten Flächen, die sich ohne Schlupf abwälzen, Wälzflächen, in Stirnrädern Wälzzylinder. In der Ebene erscheinen die Wälzflächen als Linien, in Stirnrädern als Wälzkreise w1 und w2.

    Zykloidenverzahnung

    Besteht die Eingriffslinie g aus zwei Kreisbögen, dann ergibt sich eine Zykloidenverzahnung.

    Doppelseitige Zykloidenverzahnung (nach DIN 868): a) Epizykloiden, b) Hypozykloiden, c) Orthozykloiden, d) Rollkreis, e) Wälzkreis, f) Wälzgerade, g) Stirnrad, h) Zahnstange
    Doppelseitige Zykloidenverzahnung

    Evolventenverzahnung

    Bei einer geraden Eingriffslinie ergibt sich eine Evolventenverzahnung. Der Winkel, den die Eingriffslinie mit der Tangente am Wälzpunkt C bildet, heißt Eingriffswinkel α. Wegen ihrer Geradlinigkeit muss die Eingriffslinie in jeder Bewegungsphase gleichzeitig die Berührungsnormale sein. Sie tangiert in den Punkten T1 und T2 an den Grundkreisen b1 und b2.

    Wird die Eingriffslinie g2 auf dem Grundkreis b2 abgerollt, dann beschreibt ein Punkt auf ihr, der sich mit dem Wälzpunkt C deckte, eine Evolvente. Diese bildet die Flanke am Rad 2, und zwar Kopf- und Fußflanke zugleich, wenn nach oben bis zum Kopfkreis a2 und nach unten bis zum Grundkreis b2 abgerollt wird.


    Film: Zahnrad herstellen auf Universalfräsmaschine


    Film: Gerendertes Getriebe Uni Bayreuth



    Film: Planetengetriebe

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  • Abmessungen und Geometrie der Stirn- und Kegelräder

    Null-Außenverzahnung

    Unter der Teilung p versteht man die Länge eines Kreisbogens (Teilkreisbogens) zwischen zwei aufeinander folgenden gleichnamigen Flanken (Rechts- oder Linksflanken).

    Wenn der Wälzkreis als Teilkreis benutzt wird, spricht man von Null-Rädern mit Null-Verzahnung, um auszudrücken, dass keine Differenz zwischen Teilkreis und Wälzkreis besteht.

    Ein Berechnungsbeispiel:
    Beispielaufgabe (22.1)

    Null-Außenverzahnung
    Null-Außenverzahnung

    Planverzahnung, Bezugsprofil

    Eine Zahnstange ist als Kranz eines Stirnrades mit unendlich großem Wälzkreis aufzufassen. Sie besitzt eine Wälzgerade, räumlich gesehen eine Wälzebene. Nach DIN 868 heißen ebene Verzahnungen Planverzahnungen.

    Null-Innenverzahnung

    Das Vergrößern des Wälzkreises bzw. Teilkreises kann noch weiter in den negativen Bereich erfolgen. Das Außenrad wird dann über die Zahnstange zum Hohlrad. Dadurch erhalten die Zähne die Form der Zahnlücken eines Außenrades und die Zahnlücken die Form der Zähne eines Außenrades.

    Null-Schrägverzahnung

    Schrägverzahnte Stirnräder besitzen schräg zu den Radachsen laufende Zähne. Der Winkel, den die Flankenlinien am Teilzylinder mit der Radachse bildet, heißt Schrägungswinkel β.

    Wenn zwei Schrägstirnräder gepaart werden, müssen beide Verzahnungen den gleichen, aber entgegengesetzt gerichteten Schrägungswinkel β besitzen. Deshalb unterscheidet man zwischen einer Rechtssteigung und einer Linkssteigung.

    Profilverschiebung

    Im Gegensatz zur Zykloidenverzahnung ist die Evolventenverzahnung gegen Achsabstandsvergrößerungen unempfindlich. Sie bildet lediglich einen neuen, größeren Eingriffswinkel, den Betriebs-Eingriffswinkel und größere Betriebswälzkreise.

    Geometrische Grenzen

    Relativ betrachtet umkreist bei einem Radpaar ein Rad das andere wie ein Planet die Sonne. Ein Kopfpunkt des kreisenden Rades beschreibt in der Zahnlücke des Gegenrades eine Bahn, die relative Kopfbahn.

    Sobald ein Eingriff außerhalb eines Tangentenberührpunktes T1 oder T2 stattfinden müsste, will die relative Kopfbahn des Gegenrades in die zum Eingriff benötigte Evolventen-Fußflanke des Rades eindringen. Ist das Gegenrad ein Verzahnwerkzeug, so schneidet es einen Teil der Evolventen-Fußflanke fort. Man nennt dies Unterschnitt.

    Verhältnisse bezüglich der geometrischen Grenzen der Evolventenverzahnung: c) Verringerung der Zahndicke am Kopfkreis durch Profilverschiebung
    Verhältnisse bezüglich der geometrischen Grenzen der Evolventenverzahnung

    Profilüberdeckung

    Um eine kontinuierliche, ununterbrochene Drehbewegung zu gewährleisten, muss ein Zahnpaar seinen Eingriff beginnen, bevor das gerade kämmende seinen Eingriff beendet, d. h. es muss eine Überdeckung vorhanden sein.

    Geradverzahnte Kegelräder

    Räumlich gesehen entsteht die Evolventenflanke eines geradverzahnten Stirnrades durch gestrecktes Abwickeln eines Zylindermantels, bei Kegelrädern demzufolge durch gestrecktes Abwickeln eines Kegelmantels. Beim Kegelrad haben alle Punkte einer Evolvente den Abstand R von der Spitze des Grundkegels, die äußere Evolvente den Abstand Re, die innere den Abstand Ri.

    Die erzeugten Evolventen liegen deshalb auf Kugeloberflächen und sind Kugelevolventen oder sphärische Evolventen. Das Charakteristische einer Kugel ist bekanntlich der gleiche Abstand aller Oberflächenpunkte vom Mittelpunkt.

    Entstehung der räumlichen Evolventenflanken: a) beim Stirnrad, b) beim Kegelrad
    Entstehung der räumlichen Evolventenflanken

    Schräg- und bogenverzahnte Kegelräder

    Derartige Kegelräder laufen wie Schrägzahn-Stirnräder ruhiger als geradverzahnte Kegelräder. Die Zähne (Flankenlinien) des einen Rades sind rechts-, die des anderen linkssteigend.

    Sinngemäß zu den geradverzahnten Kegelrädern denkt man sich die schräg- oder bogenverzahnten durch schrägverzahnte Stirnräder mit den virtuellen Zähnezahlen und dem Schrägungswinkel ersetzt. Bei bogenverzahnten Rädern werden die Winkel Spiralwinkel genannt.


    Ein Excel-Arbeitsblatt für eigene Berechnungen:
    Excel-Arbeitsblatt

  • Gestaltung und Tragfähigkeit der Stirn- und Kegelräder

    Zahnkräfte an Stirnrädern

    Die Kraftübertragung findet zwischen den sich berührenden Flanken der beiden Räder statt. Die Flanke des treibenden Rades a (meistens Rad 1) drückt auf die Flanke des getriebenen Rades b (meistens Rad 2) mit einer normalgerichteten Zahnkraft FN2, weil das Rad 2 dem Rad 1 den Widerstand FN1 entgegensetzt. Aktions- und Reaktionskraft sind gleich groß, also FN1 = FN2.

    Die Wirklinien der beiden Zahnkräfte gehen stets durch den Wälzpunkt C, sodass man sie sich bis dorthin verschoben und jeweils in die Tangential- und Radialkräfte Ft1 und Fr1 bzw. Ft2 und Fr2 zerlegt denken kann, und zwar in jeder Bewegungsphase der im Eingriff befindlichen Zahnflanken.

    Diese Kräfte setzt man der Einfachheit halber als Punktkräfte in der Zahnbreitenmitte an, obwohl sie sich über die Zahnbreite verteilen. Bei entgegengesetzter Drehrichtung kehren sich die Tangentialkräfte Ft spiegelbildlich um, während die Radialkräfte Fr zum jeweiligen Radmittelpunkt gerichtet bleiben. Die Tangentialkraft Ft am getriebenen Rad wirkt stets in Drehrichtung, am treibenden Rad entgegen der Drehrichtung.

    Kräfte an einem geradverzahnten Stirnradpaar: a) Kraftübertragung an den Flanken, b) Kräfte am treibenden Rad, c) Kräfte am getriebenen Rad
    Kräfte an einem geradverzahnten Stirnradpaar

    Zahnkräfte an Kegelrädern

    Man setzt auch bei Kegelrädern voraus, dass die Zahnkraft in der Zahnbreitenmitte angreift. Wie bei den Stirnrädern drückt das treibende Rad 1 mit einer normalgerichteten Kraft auf das Rad 2, um den Widerstand, den das Rad 2 dem Rad 1 entgegensetzt, zu überwinden.

    Beide werden jeweils in Tangential- und Querkräfte zerlegt. Diese erscheinen auch im Längsschnitt (Axialschnitt) und stehen senkrecht auf den Mänteln der Teilkegel. Dort werden sie jeweils in Radial- und Axialkräfte zerlegt.

    Reibung, Wirkungsgrad, Übersetzung

    Die im Eingriff befindlichen Zähne drücken mit einer Kraft FN aufeinander (FN1 auf das Rad 1, FN2 auf das Rad 2). Da die Flanken nicht nur abrollen, sondern auch gleiten, muss noch eine Reibkraft überwunden werden. Diese Reibkraft wird mit der Gleitgeschwindigkeit vg bewegt.

    Somit entsteht eine Reibleistung, die sich in Wärme umsetzt. Zwingt das getriebene Rad b dem treibenden a eine Leistung auf, so muss das Rad a eine um die Reibleistung größere Leistung aufbringen. Außerdem muss die Reibung in den Lagern der Welle überwunden werden. Das Verhältnis der Abtriebsleistung zur Antriebsleistung ist der Wirkungsgrad.

    Ein Berechnungsbeispiel:
    Beispielaufgabe (23.4)

    Reibkraft an den Flanken
    Reibkraft an den Flanken

    Gestaltung der Räder aus Stahl und aus Gusseisen

    Bei der Wahl der Zahnradwerkstoffe sind die Lebensdauer, Drehzahl und Leistung des Getriebes ausschlaggebend. Weiterhin spielen das Gewicht und der verfügbare Einbauraum eine Rolle.

    Gestaltung der Räder aus Kunststoffen

    Zahnräder aus Kunststoffen werden besonders dort eingesetzt, wo es auf geräuscharmen Lauf ankommt, da Kunststoffe schwingungsdämpfend wirken. Außerdem sind die Kunststoffe gegen Wasser, Laugen, Säuren, viele Chemikalien und schroffe Temperaturschwankungen unempfindlich. Da sie eine wesentlich geringere Festigkeit als Stahl besitzen, erfordern sie erheblich größere Abmessungen als Stahlräder.

    Sie kommen vorwiegend in Haushalts- und Büromaschinen in Betracht, aber auch überall dort, wo sie wirtschaftliche Vorteile bieten, d. h. in der Großserienfertigung. Kunststoffräder sollen möglichst mit Metallrädern hoher Flankenglätte gepaart werden, falls nicht das Korrosionsverhalten ausschlaggebend ist. Auf die Schrägverzahnung kann in der Regel verzichtet werden, weil die Laufruhe durch den Kunststoff bewirkt wird.

    Verzahnpasssysteme, Verzahnungsqualität

    Nach DIN 3960 (für Stirnräder) und 3971 (für Kegelräder) unterscheidet man fertigungsbedingte Einzelabweichungen, die sich auf einzelne Bestimmungsgrößen wie Teilung, Profilform, Grundkreisdurchmesser, Eingriffswinkel, Flankenlinie und Schrägungswinkel beziehen, und Gesamtabweichungen, die die gemeinsamen Auswirkungen mehrerer Einzelabweichungen erfassen.

    Schmierung, Schmierstoffe

    Die Schmierung soll die Zahnflankenreibung vermindern und außer einer Verschleißsenkung bewirken, dass im Dauerbetrieb unter Höchstlast 60 °C (höchstens 80 °C) an den Zahnflanken nicht überschritten werden, da höhere Temperaturen nicht nur die Schmiereigenschaften, sondern auch die Lebensdauer der Schmiermittel verringern.
    Außerdem dürfen die Schmierstoffe nicht an anderen Stellen nachteilig wirken, wie an Lagern, Dichtungen oder Kupplungen.

    Begriffe der Tragfähigkeit

    Mit DIN 3990 ist die Berechnung der Tragfähigkeit von Stirnrädern genormt. Es werden unterschieden:

    1. Zahnfußtragfähigkeit
    2. Flanken- bzw. Grübchentragfähigkeit
    3. Fresstragfähigkeit
    4. Verschleißtragfähigkeit

    Allgemeine Einflussfaktoren

    Für die Ermittlung der Einflussfaktoren bzgl. der Tragfähigkeit sind in DIN 3990 verschiedene Methoden angegeben:

    1. Methode A. Die Faktoren werden durch sorgfältige Messungen und/oder sorgfältige Systemanalyse bestimmt.

    2. Methode B. Es wird die vereinfachende Annahme getroffen, dass jedes Zahnpaar ein elementares Massen- und Federsystem bildet, das die kombinierten Massen des Ritzels und des Rades umfasst. Der Einfluss anderer Stufen des Getriebes wird nicht in Betracht gezogen.

    3. Methode C. Sie ist von der Methode B abgeleitet, jedoch mit folgenden vereinfachenden Annahmen: Das Radpaar arbeitet im unterkritischen Drehzahlbereich, die Räder sind Vollräder aus Eisenwerkstoffen, der Eingriffswinkel ist 20°, die Eingriffsteilungsabweichung ist gleich der Teilungsabweichung u. a.

    4. Methode D. Es gelten die vereinfachenden Annahmen wie für die Methode C, jedoch mit einer konstanten Linienbelastung von 350 N/mm.

    Zahnfußtragfähigkeit der Kegelräder

    Die Berechnung ist prinzipiell die gleiche wie bei Stirnrädern, weil man sich die Kegelräder durch Stirnräder mit dem mittleren Normalmodul und den virtuellen Zähnezahlen ersetzt denken kann. Die Tragfähigkeitsberechnung von Kegelrädern ist mit DIN 3991 genormt.

    Berechnung der Räder aus thermoplastischen Kunststoffen auf Tragfähigkeit und Verformung

    Thermoplastische Kunststoffe haben keine Dauerfestigkeit wie Metalle, sondern nur eine Zeitfestigkeit, die degressiv mit der Lastspielzahl abnimmt. Es empfiehlt sich, zunächst eine Überschlagsberechnung vorzunehmen, die darüber Aufschluss gibt, ob das vorgesehene Kunststoffrad tragfähig genug sein kann.

    Laufgeräusche, Ausführung von Getrieben

    Das Bestreben, geräuscharm laufende Zahnradgetriebe zu bauen, führte zu zahlreichen Untersuchungen über die Geräuschursachen, die noch nicht als abgeschlossen betrachtet werden können. Trotz peinlich genauer Einhaltung der vorgeschriebenen Fertigungstoleranzen und Oberflächengüten kann es vorkommen, dass Getriebe aus demselben Fertigungslos verschieden geräuschvoll laufen.

    Je nach Qualität weichen die Verzahnungen in der Flankenform, in der Eingriffsteilung, in der Flankenrichtung u. dgl. von den theoretischen Werten ab, sodass Laufungenauigkeiten infolge der Wälzabweichungen in Kauf genommen werden müssen. Hinzu kommen die Verformungen der Zähne und der Wellen durch die zu übertragende Kraft, die die Laufungenauigkeiten vergrößern.

    Die Folge sind periodische Rotationsbeschleunigungen und -verzögerungen und Drehmomentschwankungen, die zu anhaltenden Schwingungen der Getriebeteile führen und die sich als Geräusche äußern, wenn sie in Hörfrequenz liegen.

  • Zahnradpaare mit sich kreuzenden Achsen

    Wenn Zahnräder so gepaart werden, dass sich ihre Achsen kreuzen, so entsteht ein Schraubradpaar, das in seiner Arbeitsweise mit einer Bewegungsschraube verglichen werden kann. Zu dem Wälzgleiten der Zahnflanken kommt ein Längsgleiten hinzu, sodass Schraubradpaare mit größeren Reibverlusten arbeiten.

    Deshalb setzt man sie nur ein, wenn sie wesentliche Vorteile zur Lösung von Antriebsproblemen bieten. Sie erfordern eine sorgfältige Schmierung und sind zur Übertragung großer Leistungen nur bedingt geeignet.

    Eingriffsverhältnisse von Schraub-Stirnradpaaren

    Werden zwei Schrägstirnräder verschiedener Schrägungswinkel gepaart, so entsteht ein Schraub-Stirnradpaar, dessen Achsen sich unter dem Achsenwinkel kreuzen.

    Zahnkräfte und Wirkungsgrad an Schraub-Stirnradpaaren

    Im Normalschnitt steht die Zahnkraft FN im Berührpunkt senkrecht auf den Zahnflanken und läuft durch den Wälzpunkt C. FN zerlegt sich in eine Normalumfangskraft Fn und eine Radialkraft Fr des jeweiligen Rades.

    In Richtung der Flankenlinien wirkt die Reibkraft FN ⋅ μ, die sich in der Draufsicht mit Fn zur Resultierenden F zusammensetzt. F zerlegt sich dann in die Tangentialkraft Ft als Umfangskraft und in die Axialkraft Fa des jeweiligen Rades.

    Kräfte am Schraub-Stirnradpaar
    Kräfte am Schraub-Stirnradpaar

    Tragfähigkeit von Schraub-Stirnradpaaren

    Wegen der Punktberührung der Flanken können Schraub-Stirnradpaare nur verhältnismäßig kleine Leistungen übertragen. Das Längsgleiten der Zahnflanken erfordert verschleißfeste Werkstoffe oder gehärtete Stahlräder sowie Schmierung mit Hochdrucköl.

    Durch die Tragfähigkeitsberechnung wird nachgewiesen, dass die Radpaarung sicher gegenüber Gleitverschleiß und Fressen an den Zahnflanken ist und die Zähne eine ausreichende Zahnfußfestigkeit besitzen.

    Schraubenräder: a) Schrägstirnrad, b) Hyperboloidrad
    Schraubenräder

    Hyperboloid- und Hypoid-Schraubradpaare

    Um die ungünstige Punktberührung der Zahnflanken von Schraub-Stirnradpaaren zu vermeiden, können die Räder auch so gestaltet werden, dass sie Zähne mit geraden Flankenlinien erhalten, die sich nicht über einen Wälzzylinder krümmen. Die Wälzflächen werden dann Hyperboloide, die Erzeugenden der Rad-Umdrehungskörper Hyperbeln.

    Die Radgrundkörper lassen sich dann allerdings schwieriger herstellen. Verzahnt werden kann im Abwälzverfahren mit einem geradflankigen Werkzeug bei Vorschubbewegung in Richtung der geraden Flankenlinien.

    Geometrie der Schneckenradsätze

    Schneckenradsätze sind Schraubradpaare für sich meist unter einem Achswinkel von 90° kreuzende Achsen. Deren in der Regel treibende, ein- oder mehrzahnige (ein- oder mehrgängige) Schnecken können zylindrisch oder globoidförmig ausgebildet werden.

    Ein Berechnungsbeispiel:
    Beispielaufgabe (24.3)

    Ein Excel-Arbeitsblatt:
    Excel-Arbeitsblatt

    Schneckenradsatz (linkssteigend gezeichnet): a) mit Zylinderschnecke
    Schneckenradsatz

    Zahnkräfte und Wirkungsgrad an Schneckenradsätzen

    Im Normalschnitt steht die Zahnkraft im Berührpunkt senkrecht auf den Zahnflanken und läuft durch den Wälzpunkt C. Die Zahnkraft zerlegt sich in eine Normalumfangskraft und in eine Radialkraft jeweils an Schnecke und Rad.

    Gestaltung der Schnecken und Schneckenräder

    Die Schneckenwelle wird auf Biegung und Verdrehung beansprucht. Deshalb bemisst man den Schaft mit dem Durchmesser dS bzw. dem Durchmesser dm1 im Allgemeinen zunächst nach der Verdrehung mit (wechselnde Beanspruchung) und rechnet auf Gestaltfestigkeit nach.

    Schmierung und Verzahnungsqualität von Schneckenradsätzen

    Nach DIN 51509 Auswahl von Schmierstoffen für Zahnradgetriebe kommen für Schneckengetriebe folgende Schmierungsarten zur Anwendung:

    1. Schnecke eintauchend, und zwar
      bis v1 = 4 m/s Tauchschmierung in Getriebefett,
      bis v1 = 10 m/s Tauchschmierung in Schmieröl,
      über v1 = 10 m/s Spritzölschmierung in Eingriffsrichtung.

    2. nur Schneckrad eintauchend
      bis v1 = 1 m/s Tauchschmierung in Getriebefett,
      bis v1 = 4 m/s Tauchschmierung in Schmieröl,
      über v1 = 4 m/s Spritzölschmierung in Eingriffsrichtung.

    Tragfähigkeit von Schneckenradsätzen

    Für die Tragfähigkeitsberechnung von Zylinder-Schneckengetrieben mit dem Achsenwinkel Σ = 90° sind in DIN 3996 die Methoden A, B, C und D entsprechend DIN 3990 vorgesehen. Die gegebenen Berechnungsverfahren erfassen als Nachrechnung (nicht für die Festlegung von Abmessungen gedacht) folgende Tragfähigkeitsgrenzen:

    Verschleiß, Grübchen, Schneckendurchbiegung, Zahnbruch und Temperatur. Außerdem ist eine Berechnung des Wirkungsgrades und der Verlustleistung enthalten. Für die häufigsten Schnecken- und Schneckenradwerkstoffe werden verschieden Daten und Festigkeitswerte angegeben, die teils auf Versuchen, teils auf Erfahrungen basieren.

    Ausführung von Schneckengetrieben

    Hochleistungs-Schneckengetriebe mit v1 > 8 m/s werden im Allgemeinen mit Druckölschmierung (Spritzschmierung), bester Lagerung, gehärteten, geschliffenen und geläppten Zahnflanken der Stahlschnecken und mit hochbelastbaren Radwerkstoffen ausgeführt. Bei v1 < 8 m/s genügen vergütete oder gehärtete Stähle mit geschliffenen Flanken, Schneckenradkränze aus Bronze, bis v1 = 4 m/s sogar Gusseisen (Grauguss).